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Mehrwert schaffen und Vielfalt stärken

Wie kann man die langjährigen Engagements Netzwerke und die vielen lokalen Anlaufstellen (Museen, Volkshochschulen, Bibliotheken, Reallabore, Wissenschaftsläden, Universitäten...) besser stärken, um Citizen Science zu verankern und die Vielfalt zu

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Eierlegende Wollmilchsau sein

...kann und sollte nicht das Ziel von Citizen Science sein. Wegkommen vom überfrachteten Anspruch, der auf Projekten und Projektleiter*innen lastet, wird herausfordern.

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Wir müssen schärfer definieren, worüber wir hier reden

Das Neue an "Citizen Science" ist nur der nicht mal besonders gelungene, aber dafür schick englische Begriff. In der wissenschaftlichen Vogelberingung beispielsweise sind hochqualifizierte Amateure seit fast 120 Jahren aktiv, in der Astronomie ebenso hoch qualifizierte Amateure vermutlich noch länger. Im Bereich Artenkenntnis, in dem die deutschen Universitäten bei der Ausbildung von Profis in den letzten Jahrzehnten versagt haben, lassen sich zum Glück wenigstens noch kompetente Amateure finden. Solche "Bürgerwissenschaftler" haben ihren unverzichtbaren Nutzen für ihre Disziplinen bereits hinreichend bewiesen und sie sind weiterhin enorm wichtig (und blicken mit Erstaunen auf die vielen Neuerfindungen des Rades rings um sie herum). Natürlich sind diese qualifizierten Amateure aber etwas ganz und gar anderes als die weitgehend uninformierten Massen, die keine weitere Qualifikation benötigen als ein Smartphone zu bedienen oder ein paar Tier- oder Pflanzenarten mit leidlicher Trefferquote zu bestimmen und zu melden. Bei letzteren haben wir es teils einfach mit billigen Sensoren zu tun, im besten Falle aber wecken wir durch die persönliche Teilhabe an einem größeren Projekt (und sei sie noch so simpel) Interesse für die Fragestellung und die Wissenschaft an sich. Das ist ohne Zweifel ein gutes Ziel, die Brauchbarkeit der Daten aber oft doch ziemlich heterogen. Diese beiden Gruppen benötigen völlig unterschiedliche Betreuung und Förderung, bis hin zum Technischen: die hochqualifizierten Amateure sind vielleicht einige Hundert pro Disziplin, die "Massen-Bürgerwissenschaftler" viele Tausend. Das kann man nicht in einen Topf werfen und - noch wichtiger - die tatsächlichen "Bürger-Wissenschaftler" (gerade mit Betonung auf dem zweiten Teil des Begriffs) dürfen bei allem Hype für "Citizen Science" nicht hinten herunterfallen. Es ist nämlich - ganz offen gesagt - aus Sicht der (Profi-) Wissenschaft die wertvollere Fraktion.