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2. Citizen-Science Förderinstrumente

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3. Citizen-Science Freiwilligenmanagement

3.1.  State of the Art: Wo stehen wir mit dem Grünbuch?

Zentrale Merkmale des Bürgerschaftlichen Engagements sind laut Enquete-Kommission Freiwilligkeit, Gemeinsinnorientierung, Agieren im öffentlichen Raum und Unentgeltlichkeit. Entsprechend dem vierten Freiwilligensurvey der Bundesregierung [46] ist ein wichtiges Motiv für Bürger:innen, sich ehrenamtlich zu engagieren, die Gestaltung der Gesellschaft im Kleinen.

Im Kontext Citizen-Science ist insbesondere der Aspekt des Engagements als Lern-Gelegenheit relevant: Das Freiwilligenmanagement umfasst neben der Planung, Organisation und Koordination von Citizen-Science-Projekten insbesondere die Aus- und Weiterbildung der freiwillig Engagierten [16].

Bürger:innen engagieren sich häufig für einen bestimmten Zeitraum in einem Citizen-Science-Forschungsprojekt. Das Engagement ist durch die spezifische Projektbindung und die themenbezogene Rekrutierung gekennzeichnet. Bei der Zusammenarbeit von FachWissenschaftler:innen und Freiwilligen wird eine hohe Selbstwirksamkeit und die aktive Teilhabe an verschiedenen Phasen des Forschungsprozesses angestrebt.

Seit der Veröffentlichung des Grünbuchs “Citizen-Science” 2016 kann ein gesteigertes Interesse von Seiten der Politik am Engagement der Zivilgesellschaft in wissenschaftlichen Prozessen, insbesondere im Bereich des Umweltschutzes, verzeichnet werden [47]. Des Weiteren hat sich das Angebot an Aus- und Weiterbildungsangeboten sowohl für Koordinator:innen als auch für Forschende im Bereich Freiwilligenmanagement ausgeweitet (vgl. Programm der Plattform BsW, Citizen-Science-Webinare, Citizen-Science-Toolbox, ...s. Box 5). Trainings und Fortbildungen für Freiwillige zu unterschiedlichen Aspekten der Teilnahme an Citizen-Science-Projekten sind etabliert und haben sich fachspezifisch ausdifferenziert (Bsp. Wildtiermonitoring, Gewässermonitoring…., s. Box 5).

Die Citizen-Science-Umfrage 2020 zeigt, dass die Grünbuch-Handlungsoptionen im Bereich Citizen-Science-Freiwilligenmanagement seit 2016 teilweise umgesetzt wurden, dass aber auch noch viele Bedarfe und Handlungslücken bestehen:

Der persönliche Austausch mit externen und internen Kolleg:innen mit Citizen-Science-Erfahrungen ist für ca. 45% der Befragten ein essentieller Faktor für den Aufbau ihrer Citizen-Science-Kompetenz (n= 339). Dieser Kompetenzaufbau wird auch beim Austausch auf Workshops und Konferenzen bzw. durch lokale und regionale Plattformen gefördert. Weniger als 10% der Befragten nennen strukturierte Workshops & Trainings als wichtigen Aspekt ihrer Citizen-Science-Aus- und Weiterbildung (vgl. Handlungsfeld 1).

Nur knapp ein Drittel der Befragten wünscht sich mehr Beratung zur Planung, Umsetzung und Evaluation ihrer Citizen-Science-Vorhaben (n=324). Von denjenigen, die sich mehr Beratung wünschen, geben 69% den Bereich Freiwilligenmanagement als einen gewünschten Beratungs- bzw. Veranstaltungsinhalt an (n=87).

Die Diversität der Freiwilligen sollte der befragten Citizen-Science-Community zufolge noch deutlich erhöht werden: nur 18% der Befragten stimmen zu, dass es durch aktuelle Citizen-Science-Aktivitäten bereits gelingt, Menschen verschiedener Hintergründe zum Mitforschen zu bewegen. Die Freiwilligen schätzen die Auswirkung ihrer Citizen-Science-Aktivitäten auf ihre persönliche Entwicklung sehr positiv ein (vgl. Abb. 7, Handlungsfeld 9): Insbesondere die Aspekte der kollektiven und individuellen Wirksamkeit durch die Bürgerforschung (“Ich habe das Gefühl, gemeinsam mit anderen bzw. persönlich etwas bewirken zu können”, 91% bzw. 83% der Befragten), der Erwerb von Wissen über die Projektinhalte (92%), sowie die Motivation zum langfristigen Engagement im Projekt (82%) wird häufig genannt (n= 113). Auch geben 81% der Freiwilligen an, dass sie sich als „Teil einer Citizen-Science-Community“ fühlen und 73% sagen, ihre Leistungen für die Citizen-Science-Projekte finden Anerkennung (n=113).

Zur Verbesserung der Citizen-Science-Trainings- und Weiterbildungsangebote wünschen sich 43% der befragten Freiwilligen mehr Informationen zur Datenverarbeitung bzw. zum Umgang mit den Projektergebnissen (42%), und 35% der befragten Freiwilligen sprechen sich für eine allgemeine Ausweitung des Trainingsangebots aus. Allerdings haben ca. 60% der Freiwilligen noch nicht an Citizen-Science-Trainings oder Weiterbildungen teilgenommen (n=113). Als Gründe für die Nicht-Teilnahme werden genannt: keine Angebote im Projekt (49%), kein Trainingsbedarf im Projekt (43%), und Zeitmangel (21%, n=70).

Die Perspektive der befragten Citizen-Science-Projekt-Koordinator:innen weist eindeutig auf Herausforderungen und Lücken im Freiwilligenmanagement hin: In den in der Umfrage repräsentierten Projekten werden nur wenige Daten zum soziodemografischen Hintergrund der Freiwilligen erhoben (etwa 60% der n=79 Koordinator:innen geben an, überhaupt keine Daten über die Freiwilligen zu erheben). Somit fehlt es an Wissen über die Motivation, die Bedürfnisse und den Bildungsstand der Freiwilligen. Diese Daten sind jedoch eine wichtige Grundlage für zielgruppenspezifische Projektkonzeption, -bewerbung und -kommunikation (Handlungsfeld 4) sowie für eine gezielte Umsetzung von Bildungsinterventionen (vgl. Handlungsfelder 8, 9) und Anerkennungsmechanismen (vgl. Handlungsfeld 5). Auch die systematische Evaluation von Citizen-Science-Projekten inkl. des Freiwilligenmanagements ist noch ausbaufähig (n=79): Nur etwa 36% der befragten Projekte werden systematisch (d.h. durch standardisierte Fragebögen oder strukturierte Interviews) intern evaluiert, und etwa 23% werden systematisch von externen Gutachter:innen evaluiert (vgl. Handlungsfeld 15). 29 % der befragten Citizen-Science-Koordinator:innen (n=79) geben an, dass ihr Projekt überhaupt nicht evaluiert wird.

BOX 5 Leitfäden und Anlaufstellen zum Thema Freiwilligenmanagement

Die aufgeführten Beispiele stellen nur eine Auswahl dar. Den Autor:innen ist bewusst, dass es weitaus mehr als die genannten Beispiele gibt.

3.2.  Was sind die Bedürfnisse, Möglichkeiten und Herausforderungen?

Viele Potenziale zur Kommunikation, Freiwilligenrekrutierung, Aus- und Weiterbildung von Freiwilligen bzw. Koordinator:innen und zur Vernetzung bzw. Evaluation von Citizen-Science-Projekten sind noch nicht ausgeschöpft.

Was wird noch benötigt?

Grundvoraussetzungen für ein gelingendes und nachhaltiges Freiwilligenmanagement sind die Qualifikationen und zeitlichen Ressourcen der Citizen-Science-Projektkoordinator:innen und Projektmitarbeiter:innen. Projektkoordinator:innen sind neben dem Freiwilligenmanagement für viele weitere Aufgaben zuständig: sie arbeiten meist hauptverantwortlich für die Projektkonzeption und –weiterentwicklung und vermitteln dabei zwischen den Zielen bzw. Ansprüchen der Wissenschaft und den gesellschaftlichen Bedingungen bzw. Bedürfnissen. Häufig organisieren sie (in Zusammenarbeit mit Instituten und Verbänden) die Projektbewerbung und Öffentlichkeitsarbeit, sowie die Freiwilligenrekrutierung und -betreuung und sind daher Ansprechpartner:innen für Freiwillige, Forschende, Medien, Behörden und andere Stakeholder. Daher sollten Projektkoordinator:innen bei ihrer Arbeit verstärkt unterstützt werden, indem insbesondere Weiterbildungsformate zum persönlichen Austausch mit erfahrenen Kolleg:innen und bereits etablierten Citizen-Science-Projekten etabliert und gefördert werden (z.B. Face-to-face-Workshops/Mentoring, Netzwerkaustausch). So können Synergien erzeugt und vermehrt Ressourcen in das Freiwilligenmanagement investiert werden, welches insbesondere in der Etablierungsphase und während der Citizen-Science-Aktionszeiträume (z.B. „Feldsaison“) viel Zeit in Anspruch nimmt.

69% der Befragten der Citizen-Science-Online Umfrage 2020, die sich mehr Unterstützung bei der Durchführung und Planung ihrer Citizen-Science-Vorhaben wünschen (n=85), gaben an, dass ein Weiterbildungs- und Beratungsbedarf zum Thema Freiwilligenmanagement besteht. Für die notwendige Stärkung von  Evaluation und damit systematische Verbesserung des Freiwilligenmanagements sollten strukturierte, indikatorenbasierte Leitfäden bzw. Rahmenkonzepte zur internen Evaluation vermehrt unter Citizen-Science-Koordinator:innen verbreitet werden. In Form eines „Forums für externe Projektevaluation“ kann das Auffinden von Citizen-Science-Expert:innen erleichtert werden, die eine systematische externe Projektevaluation anbieten.

Zur Rekrutierung neuer Freiwilliger und zur Diversifizierung der angestammten Zielgruppen von Citizen-Science-Projekten ist die Kooperation mit vorhandenen Infrastruktureinrichtungen für Engagement und Teilhabe wichtig: Dazu gehören z.B. lokale Vereine, Wissenschaftsläden und regional bzw. überregional arbeitende Verbände bzw. NGOs, aber auch Stiftungen und Freiwilligenagenturen. Deren Hauptaufgabe ist es, Menschen zu beraten, die sich engagieren möchten und sie dann an geeignete Stellen weiterzuvermitteln. Zudem unterstützen Freiwilligenagenturen freiwilliges bzw. ehrenamtliches Engagement, indem sie verschiedenste Weiterbildungsangebote für Bürger:innen und Projektorganisator:innen anbieten (u.a. zu Thema „Freiwilligenmanagement“). Im universitären Raum können Einrichtungen des Seniorenstudiums Kontakte zu älteren Menschen vermitteln, die ein hohes Interesse an Bildung und sinnvollem, freiwilligen Engagement haben. Um gezielt Personen aus nicht-akademischem Umfeld, Berufstätige oder Senior:innen niedrigschwellig für Citizen-Science-Projekte zu gewinnen, bedarf es der Zusammenarbeit mit entsprechend kompetenten, vernetzten lokalen Einrichtungen (z.B. Stadtteilläden, Mehrgenerationenhäuser, Seniorenzentren, Einrichtungen des Seniorenstudiums).

Um eine stabile und kontinuierliche Projektdurchführung zu ermöglichen, sollten zeitweise im Projekt tätige Freiwillige mit langfristig engagierten Ehrenamtlichen zusammenarbeiten (z.B. in Form von Mentoring-Formaten zur Weitergabe von Know-How). Die verantwortlichen Citizen-Science-Projektträger:innen (Wissenschaftsinstitutionen und Vereine) benötigen hierzu finanzielle Mittel, um innovative Formate der Projektbindung von Freiwilligen umzusetzen.

Eine enge Zusammenarbeit zwischen Forscher:innen und Freiwilligen in Form ko-kreativer Projekte wird von vielen Seiten nachgefragt. Passende Ansätze hierbei sind das gemeinsame Entwickeln von Fragestellungen, Citizen-Science-Agendasetting bzw. die Begutachtungen von Projektanträgen (s. Finanzierung). Generell lohnt sich eine Projektplanung und -strukturierung, die maßgeblich auf die Interessen der Freiwilligen zentriert ist.

Wo gibt es neue Möglichkeiten?

Die Möglichkeit des Online Volunteering findet immer mehr Anklang und ist aufgrund seiner zeitlich und örtlich flexiblen Angebote (vgl. micro-volunteering) für viele Engagierte besonders in Corona-Zeiten attraktiv.

Onlineplattformen und -Workshops bieten einen vielfältigen Zugang zu Citizen-Science-Projekten und Weiterbildungsangeboten (vgl. Webinare von BsW). Viele Freiwilligenagenturen nutzen Online-Datenbanken, um Bürger:innen über lokale Engagementmöglichkeiten zu informieren. Um die Citizen-Science-Landschaft mit engagierten Bürger:innen in Kontakt zu bringen, könnte bspw. auch eine Schnittstelle zwischen BürgerschaffenWissen und der zentralen Freiwilligenagentur-Datenbank hergestellt werden.

Kreative Lösungen wie der Einsatz von Projekt-Apps mit spielerischen Angeboten für Freiwillige können wertvolle Beiträge zur Weiterbildung bzw. Motivation von Freiwilligen sowie auch zur Projektevaluation leisten. So kann beispielsweise der Wissenszuwachs unter Freiwilligen im Quizformat abgefragt werden.

Auch das Modell der Bürgerräte stellt ein mögliches Instrument dar, von deren Umsetzung Citizen-Science-Projekte Erfahrungen schöpfen könnten (Ergebnis der 2020 BBE Netzwerk Tagung, [48]).

Die Bewegung des Corporate Volunteering (Unternehmen organisieren und/ oder unterstützen das ehrenamtliche Engagement ihrer Mitarbeitenden) sollte berücksichtigt werden, um Menschen mittleren Alters, welche im Beruf zeitlich stark eingebunden sind, verstärkt zur Teilnahme an Citizen-Science-Projekte zu motivieren. Hierfür sind bei den Freiwilligenagenturen und anderen Einrichtungen bereits kompetente Mittlerstrukturen vorhanden.

Die Aus- und Weiterbildung von Studierenden und Wissenschaftler:innen im Bereich Citizen-Science bzw. Freiwilligenmanagement ist bisher nicht vorhanden (Ausnahmen wie die apl. Professur Citizen-Science an der FSU Jena ausgenommen). Dies stellt jedoch eine sehr attraktive Option für Studienmodule in den Studienrichtungen Lehramt oder Wissenschaftsjournalismus, Umweltbildung oder Nachhaltigkeitsmanagement dar (vgl. Handlungsfeld 8). Auch hier haben einige Freiwilligenagenturen bereits Kooperation mit Universitäten zum Thema Service learning aufgebaut.

 

Was sind Barrieren?

In vielen Citizen-Science-Projekten wirken sich folgende Faktoren limitierend auf die Umsetzung und den Erfolg des Freiwilligenmanagements aus:

  1. Mangelnde Kapazitäten und unzureichende Ausbildung der Projektkoordinator:innen im Bereich Freiwilligenmanagement (vgl. Kapitel 2 Förderinstrumente und Forderung des BBE zum Hauptamt in zivilgesellschaftlichen Infrastruktureinrichtungen). Für die Langlebigkeit der Projekte ist zudem förderlich, bereits eingerichtete Datenportale zu nutzen und einzubinden. Idealerweise werden Anschlussprojekte angestoßen wie z.B. das Monitoring der Langzeiteffekte von Maßnahmen)
  2. fehlende strukturierte Projektevaluation zur evidenzbasierten und zielgruppengerechten Verbesserung und Weiterentwicklung des Freiwilligenmanagements (bzw. der Bildungsmaterialien und Kommunikationskanäle/-produkte (vgl. Handlungsfelder 4, 9)
  3. zu geringe Vernetzung von Citizen-Science-Projekten mit etablierten Einrichtungen des Freiwilligenmanagements
  4. Mangel an ko-kreativen Angeboten und institutionalisierten Möglichkeiten für Bürger:innen zur Mitbestimmung bei Förderentscheidungen (Ergebnis der BBE Netzwerk Tagung)
  5. fehlende Reichweite im Kreis potenziell interessierter Freiwilliger durch einseitige Bewerbung des Projektes und einspurige Freiwilligenrekrutierung.

 

3.3.  Handlungsempfehlungen

  

 

(3).1.

Citizen Science-Netzwerke, Verbände und erfahrene Projekt-Koordinator:innen sollten fachspezifische Fortbildungsangebote und strukturierte Vernetzungsangebote für Projektkoordinator:innen zum Thema Freiwilligenmanagement konzipieren und umsetzen. Dabei bietet sich die Kooperation mit etablierten zivilgesellschaftlichen Einrichtungen des Engagementmanagements an: Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement (BBE), Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (BAGFA), Bürgerstiftungen.

Citizen Science-Förderformate sollten die Aus- und Weiterbildung von Projektkoordinator:innen beinhalten. Dafür sollten bestehende Fortbildungsmaterialien überarbeitet, übersetzt, zugänglich gemacht und besser gestreut und beworben werden, idealerweise in Zusammenarbeit mit Freiwilligenagenturen. Es sollten verstärkt persönliche Formate zur Weiterbildung zum Einsatz kommen. Auch Tutorials und Lehrvideos können viele Fragen an die Projektkoordination abpuffern und damit deren begrenzte zeitliche Kapazitäten schonen.

(3).2.

Projekt-Koordinator:innen und Bildungsorganisationen sollten  bedarfs- und zielgruppengerechte Trainings, Coaching- und Mentoringangebote für Freiwillige ausbauen bzw. weiterentwickeln sowie Multiplikatorenworkshops („train the trainer“) von Beginn der Projektentwicklung an einplanen zur Weitergabe fachlicher Expertise durch erfahrene Freiwillige, Koordinator:innen und Citizen Science-Projekte einrichten. Hierfür sollte mit etablierten Akteur:innenn, z.B. soziokulturelle Zentren, WiLAS und BBE/Freiwilligenagenturen kooperiert werden. Es bietet sich an, eine Plattform mit Fortbildungsmaterialien und Workshopangeboten für Koordinator:innen und Forschende (z.B. über BsW) zu schaffen.  Bereits in Förderanträgen sollten Ressourcen für persönlichen Austausch zwischen Citizen Science-Expert:innen und Neueinsteigern bzw. die persönliche Betreuung oder das Hospitieren in einem anderen Citizen Science-Projekt eingeplant werden.

(3).3.

Projekt-Koordinator:innen sollten die Diversität von Teilnehmer:innen und Initiator:innen von Citizen Science-Projekten erhöhen, um den Citizen Science-Ansatz über akademische Kreise hinaus in die sogenannte Mitte der Gesellschaft zu tragen (z.B. durch gezielte Zusammenarbeit mit Vereinen und Freiwilligenagenturen, Stadtteilläden, Seniorenbüros und Einrichtungen des Seniorenstudiums; durch zielgruppengerechte Projektkommunikation; Best-Practice-Beispiele oder Champions).

 

(3).4.

Förderorganisationen und Wissenschaft sollten interne und externe Instrumente zur systematischen Evaluation des Freiwilligenmanagements in Citizen Science-Projekten konzipieren und umsetzen. Dies sollte Bestandteil und Voraussetzung für Fördermechanismen darstellen. Eine systematische Evaluation der Citizen Science-Projekte in Hinblick darauf, wer wie wann und warum erreicht und motiviert wird, ist ein Anfang auf dem Weg zur Integration von Citizen Science in die „gesellschaftliche Mitte“.

(3).5.

Die Wertschätzung und Anerkennung des freiwilligen Engagements in Citizen Science-Projekten ist als fester Bestandteil in Wissenschafts- und Bildungsprozesse zu integrieren. Hier könnte eine zivilgesellschaftliche Plattform für Forschungs- und Bildungspolitik einen wichtigen Beitrag leisten (vgl. die von den Umweltverbbänden gegründete Plattform "Forschungswende", https://www.forschungswende.de/). Die Zusammenarbeit und Kommunikation mit der Zivilgesellschaft sollte als wichtige Kompetenz von FachWissenschaftler:innen etabliert werden. In diesem Kontext könnten etablierte Infrastrukturen, Leitlinien und Bildungsangebote zum Freiwilligenmanagement von NGOs, Verbänden und Freiwilligenagenturen übernommen werden.

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